“Sovet´skaja was?” hören wir viele Leser jetzt fragen! Was wir nun vorstellen wollen, ist der Bausatz einer sowjetischen 122mm Haubitze M.30 im Maßstab 1/72 des russischen Herstellers Zvezda – eine sowjetische Haubitze (sovet´skaja gaubitza) eben …

Was uns hier vorliegt, ist eine kleine, handliche Schachtel …

Vorder- und Rückseite der 14,5x12cm großen Schachtel

die man mittlerweile immer öfter in Spielwarenhandlungen und auf Ausstellungen findet – von der Größe vergleichbar mit den “alten” 144er Kits von Revell (die ja auch wieder aufgelegt wurden) und preislich im gleichen Segment angesiedelt, erhält man für seine ca. 3 Euro folgenden Inhalt:

Die beiden Figuren der Geschützbedienung

Geschützschild …

Die Räder der Lafette

… und das Geschützrohr – leider nicht “ab Werk” aufgebohrt!

Der Bauplan – gemäß dem einfachen Packungsinhalt einfach und klar strukturiert

Das Schöne an den Packungen von Zvezda: Man muss als Modellbauer nicht “die Katze im Sack kaufen”: die Abbildung auf der Schachtelrückseite macht deutlich, was sich in der Packung befindet. Gerade für Modellbauneulinge und Wargamer eine nicht zu unterschätzende Information!

Womit wir auch schon bei den Zielgruppen dieser Sets (es gibt mittlerweile eine unüberschaubare Zahl verschiedenster Packung – wir werden in loser Folge einige davon vorstellen!) wären:

In allererster Linie zielt Zvezda mit seinen kleinen Sets auf das Wargaming-Segment unseres Hobbys ab: Schnell zusammengebaut und dennoch relativ akkurat bieten sich die Bausätze als ideale und noch dazu kostengünstige Möglichkeit an, ganze Miniaturarmeen und -luftflotten in kurzer Zeit zu erstellen. Dadurch, dass die meisten Modelle zwar recht detailliert, zugleich aber auch robust sind, erfüllen sie die Ansprüche “ernsthaften” Modellbaus ebenso wie die einer oftmals rauhen Handhabung durch den Wargamer auf der Spielfläche!

In zweiter Linie dürften aber auch die Neubauanfänger mit diesen Packungen angesprochen werden: Gerade aufgrund der Detailliertheit bei gleichzeitigem einfachen Zusammenbau eröffnet sich dem Anfänger die Möglichkeit, für wenig (Taschen-) Geld ein attraktives Modell in überschaubarer Zeit zusammenzubauen. Zudem kann man die Schachtel auch primna im Ranzen oder Rucksack vesteckt in´s Kinder- und Jugendzimmer schmuggeln! Versuchen sie dass mal mit nem Modell des Neubaufahrzeuges von Dragon im Maßstab 1/35!

Beim Stichwort “Schmuggeln” wären wir dann beim dritten Kundenkreis, der aber wohl eher zufällig entdeckt wurde: Der “ernsthafte Hobbyist” – auch “Hardcore-Modellbauer” genannt, der meist damit beschäftigt ist, seine neuesten Beutestücke möglichts unbemerkt von der Hausherrin an den Bastelplatz zu beförderen!  Was aber sollte einen Modellbauer, der Tage und Wochen mit Literaturrecherche zubringt, der jeden noch so exotische Zurüstsatz aus Gießharz, Photoätzteilen und gedrehten Kanonenrohren (ganz zu schweigen von selbst hergestellten Schrauben- und Nietköpfen, weil die im Bausatz “viiieeel zu klobig” sind!) unbedingt haben muss, weil ohne dies kann man schließlich keinen “vernünftigen” Modellbau betreiben, an diesen einfachen, kleinen Modellchen reizen?

Nun, die Antwort ist so simpel wie einleuchtend:

Spaß haben und eine Stunde der Entspannung genießen! Nach eingehender Literaturrecherche und dem Bestellen des letzten Photoätz-Detailsatzes für das neueste Projekt sich einfach mal zurücklehnen, Kleber (sofern übrhaupt benötigt) ein Bastelmesser und eine Feile bereitlegen, die Schachtel öffnen und drauflos basteln. Einfach nur so! Ohne große Vorbildrecherche – abgesehen vielleicht von dem einen oder anderen Bild im Internet … und dann das Ganze auf die mitgelieferte Grundplatte kleben, lackieren und sich wiederum entspannt das Ergebnis betrachten!

So einfach kann Modellbau sein – fast wie in den Kindertagen, als der beim Tante-Emma-Laden gekaufte Matchbox-Kit schnell zusammengebaut wurde, um Spaß beim Spielen zu haben!

Unser Fazit: Diese Packungen sind hervorragend für das Einsteigerbasteln geeignet und sollten, die Akzeptanz von Militärmodellen vorausgesetzt, auch für entsprechende Aktionen in Betracht gezogen werden.

Unser Dank an Zvezda für die Möglichkeit, dies einmal wieder erleben zu können!

Dr. Michael Brodhaecker, Modellbaufreunde Lingen

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