Die planmäßige Organisation eines Hobbys erschließt den Mitstreitern den Sinn ihres Tuns im Rahmen des globalen Weltgetriebes. Und so kümmern sich jahrein, jahraus nationale Komitees um das Gelingen allfälliger Veranstaltungen – während in unzähligen Ortsvereinen die Förderung des Nachwuchses an erster Stelle steht.

Ab und an entfaltet so was tatsächlich eine magische Anziehungskraft, schon ist man ein Einsteiger. Der nächste Status ist der eines Eingeweihten. Denn unabhängig vom persönlichen Talent gilt: Der richtige Spaß am Hobby stellt sich nur dann ein, wenn es mit viel Ernst betrieben wird.

Das meint vor allem das Geheimwissen um ganz spezielle Etikette. Von ihrer Anwendung mal ganz zu schweigen.

 

Nun schreibt das schönste Hobby der Welt keinesfalls vor, bei seiner Ausübung bunte lustige Hütchen zu tragen. Aber wer meint, Modellbau sei vor allem das richtige Zusammenfügen von Teilen und deren korrekte Einfärbung – der möge sich Gartenzwergen oder Briefmarken widmen.

Ohne Ingen geht nämlich gar nichts.

Gelingt der Bau ohne Fehl und Tadel, kommen sogleich Preshading und Aftershading zum Einsatz. Ach ja: Heißt es nun After-shading oder Post-shading?

Vielleicht hätte ich es auch einfach mit Pinwashing versuchen sollen.

Aber auch grob behauene und schief bepinselte Halbschalen können in den Rang eines  Meisterwerkes erhoben werden: Einfach beiläufig erwähnen, dass  “Klebing” und “Maling” zum Einsatz kamen.

Geht etwas entzwei oder verloren: gekonntes Fluching ist das Kennzeichen des versierten Bastlers.

Immerhin existiert eine sichere Methode, die Spreu vom Weizen zu trennen: das Betrachting der fertigen Modelle.

Möglicherweise entpuppt sich ein etwas gebrechlicher Herr der ebendies auf einer Ausstellung tut, als ehemaliger Messerschmitt-Pilot. Eine immer seltener werdende Gelegenheit, Zeitzeugen Fragen zu stellen!  Zum Beispiel nach “Centerline”-Tanks und “Splinter”-Tarnung.

Die Replik, derlei sei doch wohl eher auf Feindseite zum Einsatz gekommen, wäre übrigens kein Altersstarrsinn. Das gilt auch für den Panzerfahrer, der sich trotz berharrlichen Nachbohrens an den Jagdpanther „Late“ partout nicht erinnern will.

Weiteres Detailling ist wohl nicht notwendig. Die Frage ist nur: doch lieber bunte Hütchen?

Michael Funke, Hamburg (März 2012)

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