Als Ergänzung zu unserer Serie „Legenden des Modellbaus“ wollen wir in loser Folge einige Modelle vorstellen, die den Älteren unter uns noch in lebhafter Erinnerung sind; den jüngeren Modellbauer sollen sie einen Einblick in die „Modellbau-Kost“ geben, wie sie vor 30-40 Jahren Standard war. Den Anfang macht der FROG-Bausatz der Do 335 in der Version A-6/A-12 im Massstab 1/72.

Unter der FROG-Artikelnummer F235 erschien 1974 ein Bausatz der Do 335 A-6/A-12, eines recht ungewöhnlichen zweimotorigen Jagdflugzeuges, dessen Triebwerke hintereinander sowohl mit Zugpropeller vor als auch mit Druckpropeller hinter dem Cockpit angeordnet waren.

Öffnet man die farbenfrohe Schachtel, erscheint ein, gemessen an heutigen Standards, recht rustikaler Bausatz in dunkelgrauem Polystyrol:

Die einzelnen Bauteile weisen feine, aber erhabene Paneellinien auf – zur damaligen Zeit “state-of-the-art”; heute jedoch nicht mehr zeitgemäß.

Die Klarsichtteile für die Kanzel sind recht dick und nicht schlierenfrei gegossen, sodass ein Blick in den rudimentären Arbeitsplatz des Flugzeugführers und des Funkers kaum verzerrungsfrei möglich ist:

Der Nassschiebebilderbogen erlaubt die Darstellung einer deutschen Nachtjägervariante sowie einer britischen Beutemaschine aus dem Jahr 1945. Gerade diese Markierungsvariante ist sehr interessant.
Sie zeigt die AM 223, eine von den amerikanischen Truppen in Oberpfaffenhofen erbeutete und testgeflogene Maschine die später an die verbündeten Briten weitergegeben wurde.


So finden sich an dieser Maschine Markierungen von drei Luftwaffen.

In einer recht übersichtlichen Bauanleitung wird der Modellbauer durch die verschiedenen Bauabschnitte geleitet – selbstverständlich geht der Bauplan auch auf die variantenspezifischen Unterschiede ein.

Besondere Beachtung verdient die Tatsache, dass FROG (wie fast alle damaligen Hersteller) seinen Modellen einen Ständer beigegeben hatte.

Die Kartonseiten weisen auf diesen “SkyBase action display stand” gesondert hin – interessant die Anmerkung, man könne den Ständer auch an der Wand montieren!


1976 wurde die Form von der Firma REVELL GB übernommen und unter der Kitnummer H-96 1978 erstmals wieder angeboten.
Kartonbild und Markierungen wurden beibehalten.
Von 1978 bis 1980 wurde die Dornier unter der Bezeichnung Dornier Arrow (Pfeil) von REVELL USA angeboten.
1985 kam der Bausatz dann unter der nun neuen Nummer 4152 auch bei REVELL in Deutschland auf den Markt.
Seitdem war das Modell hin und wieder im Programm der Firma REVELL.


1992 wurde es von REVELL unter dem Label MATCHBOX als Dornier Do-335 vermarktet.

Dr. Michael Brodhaecker, Modellbaufreunde Lingen

und  Matthias Muth, Biederitz (Januar 2012)

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