Legenden des Modellbaus – OGONEK

Als ich letztens auf der Modellbahnausstellung in Görlitz so durch die Halle schlenderte, sah ich bei einem Händler einen Bausatz, den ich vor 35 Jahren mal gebaut hatte und so war mein Interesse geweckt, mich mit dem Thema wieder neu zu beschäftigen.


Es war mein erstes Panzermodell, dass ich in der ehemaligen DDR  überhaupt im Laden sah und dann noch so groß, Maßstab 1:30. Ich war damals 12 Jahre alt und mich haben schon immer Panzerfahrzeuge fasziniert. Nun gab es in Ostdeutschland meist nur Bausätze von Plasticart oder KP und dann fast nur Flugzeuge, Panzer – Fehlanzeige.

Sehnsüchtig schaute ich mir immer bei Klassenkameraden die aktuellen Matchbox-Kataloge an, diese schönen kleinen Dioramen mit militärischen Fahrzeugen die es darin zu sehen gab, nur waren diese Bausätze für mich unerreichbar, da ich keine Verwandtschaft im Westen Deutschlands hatte.

Deswegen war ich hocherfreut als diese russischen Bausätze auf einem Mal in meinem Bastelladen standen. Sie waren nicht ganz billig, denn sie kosteten 25,- DDR Mark damals. Aber was tut man nicht alles um diesen Panzer zu erwerben.

Die Firma Ogonek hatte aber nicht nur Panzer im Angebot, sondern auch Schiffe, so gab es Segelschiffe in verschiedenen Maßstäben, darunter auch die Krusenstern. Außerdem gab es den Panzerkreuzer Potemkin und den Kreuzer Aurora im Maßstab 1:400 und einen Eisbrecher “Arktika” im selben Maßstab.

Auch Raumschiffe waren im Angebot, so wie das Raumschiff  “Sojus” im Maßstab 1:30, dieses wird mittlerweile zu horrenden Preisen (über 250,- $) gehandelt.

Bei den Panzermodellen gab es die Modelle ISU-152, ISU-122, IS-3, KV-85 und den T-34, alle im Maßstab 1:30. Die Modell konnten fahrbar gebaut werden, denn in jeden Baukasten lagen Motoren und eine Kabelfernsteuerung bei. Wenn man sauber arbeitete funktionierte das auch ganz gut.  Die Bauanleitung war in russisch, was aber für uns kein Problem war, da wir ja Russischunterricht hatten, konnten wir die kyrillischen Buchstaben entziffern und kamen ganz gut klar.

Die IS-3 hatte 85 Teile plus 2 Gummiketten dazu noch Decals, die Passgenauigkeit kann mit gut bezeichnet werden. Der Zusammenbau brachten keine größeren Probleme, da der Aufbau einfach gehalten war, damit das Modell fahrfähig ist und bleibt.

Die Firma Ogonek stammt aus Moskau und wurde 1963 gegründet und verfügt über ein langjährige Erfahrung in Entwicklung und Herstellung von Kinderspielzeug aus Kunststoff und Plastisol. Es werden heute über 600 Artikel in dieser Firma hergestellt, von der Puppe, über Sandkastenspielzeug bis zu Autos und Eisenbahnen. Der Modellbausektor nimmt da nur einen kleine Teil ein.
Noch heute sind ein Großteil der Modellbaukästen über Interent-Shops zu erhalten. Es werden aber keine neuen Modelle entwickelt, sondern nur die alten Modelle in neuer Verpackung weiter vertrieben und Modelle von anderen Firmen mit ins Programm genommen. 

Nach etwas Suche auf dem Dachboden des elterlichen Hauses, fand ich meine “Jugendsünden”. Man sieht der damals verwendete Kleber “kitifix” hatte keine große Klebwirkung entfaltet, weswegen die Modell auseinanderfallen.

Für die Modelle gab es damals in der DDR keine Farben, so dass man sie einfach so beließ und die Decals raufklebte. Meine Modelle wurde sogar zum spielen draußen eingesetzt, deswegen wundert es mich doch, dass alle Teile vorhanden sind.

In meinem Besitz befanden sich damals die IS-3, der KV-85 und die ISU-152, außerdem noch der Kreuzer Aurora.  Der KV-85 ist nicht mehr auffindbar, aber die ISU-152 wurde mal vor über 10 Jahren überarbeitet, zwar mit dem falschen Farbton, aber doch etwas ansehnlicher.

Ich denke, ich werde beide Modelle mal einer Generalüberholung unterziehen, damit man nachvollziehen kann, mit welchen Modellbausätzen wir anfingen in unserer “Modellbaukarierre”.

Schade ist nur für mich das sich Ogonek nicht weiterentwickelt hat und neue Modelle herausgebracht hat, gute Ansätze waren ja in der Mitte der siebziger Jahre da. Aber eins bleibt die Firma Ogonek für mich, durch ein Modell von ihnen, konnte ich meinen ersten Panzer bauen.

Link zur Firma Ogonek: www.ogonek-toys.ru

Thomas Schäffter (2012)

Modellbauclub Hoyerswerda e.V.

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