Das traditionsreiche Unternehmen aus Bünde in Westfalen hat uns Modellbauern wieder einmal einen Bausatz der Superlative beschert: Das US-Landungsschiff “New York” im Maßstab 1:350. Werfen wir einen Blick in den wirklich großen Karton und auf die über 700 Teile dieses Bausatzes der limiterten “Platinum Edition” mit Photoätzteilen …

Das Landing Platform Dock (LPD) 21 USS “New York” ist ein amphibisches Transport- und Landungsschiff der San Antonio-Klasse, gebaut für die amphibische Antiterror-Kriegsführung und am 7. September 2009 in Dienst gestellt. Die “New York” wurde von den Northrop Grumman Ship Systems gebaut und verfügt auf drei Decks über 2.300 m² Platz für diverse Kampffahrzeuge und Hubschrauber sowie kleinere Landungsboote, die über eine flutbare Heckrampe das LPD verlassen und betreten können. Die Stammbesatzung beträgt 360 Matrosen und Offiziere, weitere ca. 700 Marinesoldaten können mit der “New York” zu den Einsatzorten transportiert werden.

Was die “New York” zumindest symbolisch so einzigartig macht, ist ihre Entstehungsgeschichte:

Kurz nach dem 11. September 2001 wandte sich der damalige Gouverneur des Bundesstaates New York an den US-Marineminister mit der Bitte, eines der nächsten Marineschiffe nach der Stadt New York zu benennen. Der Hintergrund: In diesem Schiff wurden 7 Tonnen Stahl aus dem ehemaligen World Trade-Center verbaut! Das Motto des Schiffes lautet “Never forget” – ein passender Schlachtruf im Kampf gegen den internationalen Terrorismus! Das zweite Motto “Strength forged through sacrifice” (Stärke, geschmiedet durch Opfer) verweist dann auf den Stahl der im Schiffsbug eingeschmolzen wurde.

Informationen zur “New York” findet man hier.

Ein wahrhaft symbolisches Schiff und auch als Bausatz ein wahrhaft beeindruckendes Modell!

 

 

Revell wählte hier, wie schon des öfteren, den Weg einer internationalen Kooperation, um dem deutschen Modellbaumarkt dieses Schiff zur Verfügung zu stellen. Ursprünglich von der Firma Gallery Models in Zusammenarbeit mit Trumpeter produziert, können wir dieses schöne Modell nun auch ganz regulär im örtlichen Modellbauladen erwerben.

Im Folgenden wollen wir unseren Lesern die einzelnen Bausatzkomponenten vorstellen. Beginnen wir mit den beiden größten Teilen:

Der Rumpf der New York  von steuerbords…

… und von unten

Das Hauptdeck als ein Bauteil …

Der für die Stabilität des recht langen Rumpfes nicht unerhebliche Spritzling mit den Zwischenspanten …

Und hier in der Reihenfolge, wie sie uns aus der Kiste entgegenlachten, die übrigen Spritzlinge:

 

Der Ständer, auf dem später die New York präsentiert werden kann

Interessant und modellbaufreundlich die Lösung bei den Luftfahrzeugen: Die Spritzlinge sind in transparentem Kunststoff hergestellt: Man muss “nur noch” die Kanzelscheiben abkleben und kann dann die Hubschrauber in Tarnfarbe lackieren – kein fummeliges Einsetzen kleinster Scheiben mehr nötig! Allerdings sollte man den Umgang mit Stahllinieal und Bastelmesser schon gewohnt sein, um aus dem Maskierband die Scheibenmasken auszuschneiden.

Der Spritzling für die AH-1W Cobra – 1x vorhanden

Spritzling für die Bell UH-1N – 1x vorhanden

Spritzling für die CH-46 Sea Knight – 2x vorhanden

Rumpfspritzling für die CH-53E Sea Stallion – 2x vorhanden; Rotor sowohl in zusammengeklapptem Zustand darstellbar …

… als auch in voller Ausfaltung! Spritzling für die Rotoren der CH-53E – ebenfalls 2x vorhanden

MV-22 Osprey – 2x im Karton

Rotorenspritzling für den MV-22 Osprey – 2x vorhanden; Rotor auch in zusammengeklapptem Zustand baubar!

Revell empfiehlt zum Zusammenbau der Hubschrauber Contacta Clear, einen Kleber für Klarsichtteile – ob man den wirklich benötigt, sei jedem Modellbauer anheim gestellt: Da die Klebeflächen sämtlich an Stellen liegen, die eh später lackiert werden, täte es u.U. auch “normaler” Plastikkleber.

Die Bauanleitung für die Luftfahrzeuge der “New York” – Contacta Clean wird als Kleber empfohlen …

Die dem Bausatz beigefügten kleineren Landungsboote sowie die beiden Landungspanzer machen auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck:

Der Doppelspritzling für das Landing Craft Utility (LCU) – 1x vorhanden …

Die beiden Spritzlinge für das Amphibious Assault Vehicle (AAV) -7

Die beiden Spritzlinge für das Landing Craft Air Cushion (LCAC) – je 2x vorhanden …

… sowie die dazugehörigen Spritzlinge mit den Kommandobrücken

Sie sind filigran abgespritzt, haben keinerlei Gussgrat und lassen sich reinfach montieren, ohne dabei an Details zu verlieren – Modellbau, wie er sein sollte!

Zuletzt seien noch die drei (!) Platinen mit den photogeätzten Zurüstteilen vorgestellt:

Eine Unmenge an feinsten Teile sorgen für ein perfekt detailliertes Modell! Alle drei Platinen sind auf beiden Seiten mit einer Schutzschicht aus durchsichtiger Folie versehen, die sich einfach ablösen lässt und dafür sorgt, dass die Teile beim Abtrennen auf der Platine verbleiben und nicht wegspringen! Dieses System ist von Voyager-Ätzteilbögen (ebenfalls aus China) schon bekannt und sollte sich unseres Erachtens durchsetzen!

Die revelltypisch übersichtliche und sehr detaillierte Bauanleitung führt den Modellbauer in 125 (!) Schritten durch die Konstruktion der “New York” – alleine für den Bau der kleineren Landungsfahrzeuge und der Hubschrauber werden 11 plus 14 Schritte aufgewandt!

In der Bauanleitung sehr schön zu sehen: Durch den Einbau dreier Rumpfspanten und des Flutdecks am Heck gewinnt der Rumpf ungemein an Festigkeit – bei einer Länge von 60 Zentimetern ein wichtiger Bauschritt!

Die Abziehbilder sind reichhaltig und, wie von Revell gewohnt, in hervorragender Qualität gedruckt:

Interessierte Modellbauer sollten sich schon mal mit der Frage beschäftigen “Wo stelle ich das fertige Modell hin?” – ein Schiffsmodell von über 60cm Rumpflänge will erst einmal untergebracht werden!

Unser Fazit: Beim Bau dieses Modells sollte man unbedingt eines mitbringen: Zeit! Der Bausatz hat es verdient, dass man sich ihm intensiv widmet! Alleine die zu verbauenden Kleinteile bedürfen einer ruhigen Hand und viel Geduld, um sie auch wirklich zur Geltung zu bringen. Die mitgelieferten Photoätzteile verlangen auch einiges an Sicherheit im Umgang mit solchen Zubehörteilen – der angegebene Niveaugrad “5” ist daher mehr als gerechtfertigt. Investiert man die Zeit, Geduld und hat ein wenig Fingerspitzengefühl, bekommt man am Ende aller bastlerischen Mühen ein schmuckes und zugleich imposantes Modell einer modernen Marineeinheit; die mitgelieferten kleineren Fahrzeuge und Hubschrauber schreien geradezu nach einem Diorama, um die “New York” perfekt zur Geltung zu bringen!

Wer die Ausgabe einer erklecklichen Summe Geldes (zum Beispiel hier erhältlich) nicht scheut, wird mit einigen Monaten intensiven Bastelspaß belohnt – garantiert!

Das baugleiche Gallery Modell findet ihr hier; der Bronco-Bausatz der LPD-21 wurde auf Modellversium.de vorgestellt.

Dr. Michael Brodhaecker, Modellbaufreunde Lingen

 

 

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